Sicherungsprojekt in Wies-Eibiswald erfolgreich beendet!

Im Bergbaugebiet Wies-Eisbiswald konnten kürzlich weitere Sicherungsprojekte (Wetterschächte und „Tafernerschacht“) erfolgreich abgeschlossen werden. Auch hier ist nun die Sicherheit der Oberflächennutzung gewährleistet.

Das laufende Programm der GKB-Bergbau GmbH zur Überprüfung ehemaliger Bergwerks-Schächte und zur Sicherung gefährdeter Bereiche führte im vergangenen Jahr zu umfangreichen Arbeiten im Bergbaugebiet Wies-Eibiswald.

Lokalisiert und untersucht wurden hier der „Wetterschacht mit Zubaustollen TÖ027“, der „Wetterschacht TÖ164“ sowie der „Tafernerschacht TÖ021“.

Die Arbeiten für diese Projekte erstreckten sich von Anfang Mai bis Ende Juli 2015, als die Rekultivierungsarbeiten fertiggestellt werden konnten.

Es wurden sieben Bohrungen mit insgesamt 359 Bohrmetern durchgeführt. 462 Kubikmeter Hohlraum wurden lage- und erosionsbeständig verfüllt. Alle Arbeiten konnten in gutem Einvernehmen mit den Grundeigentümern und der Gemeinde durchgeführt werden.

Somit ist auch in diesem Bereich die Sicherheit der Oberflächennutzung gewährleistet.

 

Aus dem technischen Durchführungsbericht zum Sicherungsprojekt:

Diese Sicherungsprojekte erfolgten auf Basis der im Gutachten Hollmann 2006 und dessen Abgleich aus dem Jahre 2015 (Bergschadenkundliches Gutachten zum Altbergbau im Wies-Eibiswalder Glanzbraunkohlenrevier, Risikoanalyse-Risikomanagament) festgelegten Risikoeinstufung und Dringlichkeitsabfolge.

1. Wetterschacht TÖ027

Der  60 m tiefe Wetterschacht mit einem rechteckigen Querschnitt von ca. 6 m² befindet sich unmittelbar über einem Graben auf einem steilen Waldgrundstück in der Nähe des „Harrerhofes“ der Familie Rothschädel im Ortsteil Gaißeregg der Gemeinde Wies. Der Wetterschacht wurde im Zusammenhang mit den Abbauen der Grube Steyeregg um ca. 1900 abgeteuft. Laut „Steyeregger Grubenkarte“ hat der Schacht eine direkte Verbindung zur östlichen Mittelbau Grundstrecke des ca. 1 km westlich gelegenen Marienschachtes. Er führt jedoch nicht zu Tage. Der Zugang vom Tag erfolgte über einen ca. 8 m langen Stollen.

2. Wetterschacht TÖ164

Der  ca. 30 m tiefe Wetterschacht mit einem quadratischen Querschnitt von ca. 4 m² befindet sich zwischen einem Wanderweg und einer Gemeindestraße (Hauszufahrt) auf einem Waldgrundstück im Ortsteil Jagernigg der Gemeinde Pölfing Brunn. Der Wetterschacht wurde im Zusammenhang mit dem Bergbau Josefstollen in Jagernigg um ca. 1920 abgeteuft. Laut einer Grubenkarte liegt der Wetterschacht direkt am Josefstollen, dessen Mundloch sich ca. 200 m östlich befindet. Die Lage des Schachtes konnte mittels Bagger genau bestimmt werden.

3. Tafernerschacht TÖ021

Der ca. 56 m tiefe Schacht befindet sich auf einem Wiesengrundstück im Ortsteil Gieselegg der Gemeinde St. Martin im Sulmtal. Im Jahre 1916 wurde geplant, den ehemaligen abgesoffenen Schurfschacht als Ersatz des Marienschachtes wieder zu gewältigen. Laut Aufzeichnungen wurde dieser im Jahr 1918 jedoch nur bis 60 m im Tauben geteuft. Von dessen Sohle aus wurde in weiterer Folge eine Bohrung mit 100 m, jedoch ebenfalls im tauben Material abgeteuft. Der Schacht hat keine Verbindung zum Flöz in ca. 120 m Tiefe.

Die Wetterschacht mit Zubaustollen TÖ027 und der Wetterschacht TÖ164 sowie der Tafernerschacht TÖ021 wurden durch Abschottung im Schachtfußbereich gegenüber den angrenzenden weiterführenden Grubenbauen bzw. durch Ergänzung und Verdichtung der Füllsäulen mit Stollen-SSM stabilisiert.

Somit ist im bearbeiteten Bereich die Sicherheit der Oberflächennutzung gewährleistet.

August Huber