20.10.2012: Radlpass-Bundesstraße ist gesichert!

Unterhalb der Radlpass-Bundestraße B 76 wurde im Gemeindegebiet Limberg bei Wies in den Jahren von 1920 bis 1924 Bergbau betrieben. Um die Frage zu klären, ob in diesem potentiell tagbruchgefährdeten Bereich Bergschäden zu erwarten sind und eine Gefährdung der Straße besteht, hat die GKB-Bergbau GmbH ein Untersuchungs- und Sicherungsprogramm durchgeführt. Dieses konnte im Sommer 2012 abgeschlossen werden.

  • Radl 1
    Arbeitsrampe im Böschungsbereich der B 76.
  • Radl 2
    Die Rammsondierungen.
  • Radl 3
    Kernbohrung bis unter die Fahrbahn.
  • Radl 4
    Das Einpumpen von Stollen-SSM: Es waren nur geringe Mengen des Füllmaterials nötig.


Die B76 Radlpass-Straße wurde im Gemeindegebiet Limberg bei Wies zwischen Straßenkilometer 35,45 und 35,55 in den Jahren 1920 bis 1924 von „Streichstrecken“ und „Querschlägen“ des Markusfeldes vom ehemaligen Glanzkohlenbergbau in geringen Teufen unterfahren bzw. unterbaut. Von diesen Abbauen führt auch ein Wettergesenke sowie (vermutlich) ein Wetterschacht zu Tage. Dieses Abbaufeld gehörte zum ca. 500 m nordwestlich gelegenen Waldemarschacht. Der Verwahrungsstand der Strecken war nicht bekannt.

Um Gefährdungen auszuschließen und als Vorbereitungsmaßnahme für die Löschung der Bergbauberechtigungen wurden von der GKB-Bergbau GmbH die Bundesstraße und der angrenzende Bereich untersucht und gesichert.

Um bei den Sicherungsarbeiten den Straßenverkehr so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, wurden sämtliche Arbeiten von einer angelegten Arbeitsrampe im östlichen Böschungsbereich (Abb. 1) bzw. von außerhalb der Fahrbahn aus durchgeführt.

Als Vorbereitung zur Untergrunduntersuchung mittels Bohrungen wurden zur Lokalisierung des vermeintlichen Wetterschachtes 17 Rammsondierungen (Abb. 2) in Teufen bis zu 8 m durchgeführt.

Mittels Kernbohrungen im Nahbereich und unter die Fahrbahn (Abb. 3) wurden durch das Auffinden von Holz Abbaue und Strecken in zwei unterschiedlichen Flözhorizonten nachgewiesen, welche jedoch versetzt oder bereits zur Gänze verbrochen sind. Hohlräume wurden keine erbohrt. In Teilbereichen wurden in Verbindung mit Spülwasserverlusten „Auflockerungszonen“ festgestellt. 

In den „Auflockerungszonen“ mit Spülwasserverlust wurde Stollen SSM eingepumpt (Abb. 4). Es waren zur Sicherung jedoch nur geringe Mengen nötig.

Für das Gesamtprojekt wurden 9 Bohrungen mit 218 Bohrmetern abgeteuft und 18 m³ Stollen-SSM in aufgelockerten Bereichen druckhaft bzw. lage- und erosionsbeständig verfüllt.

Die Sicherheit im Bereich der B76 ist damit im bearbeiteten Bereich dauerhaft gewährleistet, und es sind keine Bergschäden mehr zu erwarten. Alle Arbeiten wurden im Einvernehmen mit den Grundeigentümern, der Baubezirksleitung Leibnitz und der Gemeinde durchgeführt.

August Huber