08.08.2012: Sicherungmaßnahmen in Sulmeck-Greith

Am 26. April 2012 meldete die Gemeinde Sulmeck-Greith einen Erdfall im Bereich eines Wirtschaftsgebäudes in Tomberg. Das betroffene Grundstück liegt im Bergbaugebiet der GKB. Untersuchungen kamen jedoch zum Schluss, dass die Hohlraumbildung nicht ursächlich mit dem ehemaligen Bergbau in Verbindung zu bringen ist. Dennoch wurden unter der Leitung der GKB Sicherungsmaßnahmen durchgeführt, um weitere Probleme zu vermeiden.

  • Slumeck 1
    Hier ereignete sich im April der Erdfall.
  • Sulmeck 2
    Die Verfüllung des Hohlraumes vor dem Wirtschaftsgebäude.
  • Sulmeck 3
    Sicherungsmaßnahmen: Die Hohlräume werden mit Stollen SSM verfüllt.


Unverzüglich Maßnahmen gesetzt

Dem Grundstückseigentümer zufolge ereignete sich der Erdfall am 21. April, also schon einige Tage bevor die GKB davon in Kenntnis gesetzt wurde.

Unmittelbar neben dem Wirtschaftsgebäude befand sich eine Öffnung in der Größe ca. 0,50 x  0,50 m, wobei sich diese mit einer schrägen Länge von 6 m mit einem Einfallen von ca. 30° in südwestlicher Richtung unter das Wirtschaftsgebäude ausdehnte. Der Hohlraum unter dem Gebäude wurde auf 15 bis 20 m³ geschätzt.

Ein Lokalaugenschein am 27. April ergab sofortigen Handlungsbedarf. Der Hohlraum musste dringend aufgefüllt werden, da ein Versagen der Fundamentierung des Wirtschaftsgebäudes (es handelt sich um ein Streifenfundament) bei Weiterbrechen des Hohlraumes zu befürchten war.

Im Einvernehmen mit dem Grundeigentümer und nach telefonischer Absprache mit der Gemeinde Sulmeck-Greith, wurde die Verfüllung des Hohlraumes noch am Nachmittag des gleichen Tages durchgeführt.

Wegen des besseren Verfüllungsgrades wurde die Auffüllung des Hohlraumes mittels SSM (Fa. Schwarzl) anstatt mit Kies, wie sonst meist üblich, durchgeführt.

Das Stollen SSM wurde in einer Tiefe von 4 m eingepumpt und der Hohlraum, von unten beginnend, unter visueller Überwachung des Gebäudes kontinuierlich aufgefüllt. Mit insgesamt etwa 20 Kubikmeter Stollen SSM konnte der Hohlraum vollständig verfüllt werden.

Schäden am Wirtschaftsgebäude sind nicht entstanden.

Die Sicherungsarbeiten wurden durch einen Mitarbeiter der GKB koordiniert und im Einvernehmen mit dem Grundeigentümer und der Gemeinde durchgeführt.

Mögliche Ursachen der Hohlraumbildung

Da die Hohlraumbildung in einem Gebiet eingetreten ist, in dem früher untertägiger Bergbau betrieben wurde, musste vorerst das alte Kartenwerk gesichtet werden, um die Lage der Abbaue zum vorgefallenen Erdfall erheben zu können.

Das in einer Teufe von etwa 60 m liegende Flöz hatte eine Mächtigkeit von weniger als einem Meter. Der Abbau des Flözes im gegenständlichen Bereich erfolgte um 1890, ausgehend vom Ludwigstollen, als vollflächiger Abbau. Restpfeiler wurden lediglich zum Schutz der bereits damals vorhandenen Gebäude stehen gelassen. Diese Restpfeiler wurden vom Unternehmen Habisch um 1950, ausgehend vom Karlstollen (Nähe Liegenschaft „Grabenbauer“) nachträglich abgebaut.

Das Grundstück befindet sich – entsprechend eines bergschadenkundlichen Gutachtens aus dem Jahr 2006 – außerhalb des senkungsgefährdeten Bereiches. Langjährigen Beobachtungen zufolge sind in solchen Bereichen jegliche Bodenbewegungen spätestens 3 bis 5 Jahre nach Abbautätigkeit abgeschlossen. Durch das geringe Volumen ist ein Hochbrechen allfälliger Resthohlräume von Kopf- und Fußstrecken auszuschließen, da die innere Auflockerung die Hohlraumbildung kompensiert.

Laut Bericht von Dr. Poltnig (Befahrungsbericht Dr. Walter Poltnig, Joanneum Research, Graz am 30.5.2012) sind als Ursache für die Hohlraumbildung „Suffosionsprozesse mit nachfolgenden Erosionsprozessen“ sehr wahrscheinlich. Als Auslöser werden jahrelange, anthropogene Beeinflussungen wie etwa punktuelle Versickerung von Dachwässern oder andere konzentrierte Wasserableitungen im Untergrund (zum Beispiel undichter Regenwasserkanal, usw.) vermutet.

Auch Herr Mag. Konrad (Land Steiermark, FA 17B) und Frau B. Baumgartner (BH Deutschlandsberg, Katastrophenreferat) schossen sich nach einem Lokalaugenschein am 8. Mai 2012 der Meinung an, dass es sich in diesem Fall um eine Erosionserscheinung und nicht um einen Bergschaden handelt.

Jedoch sind die auslösenden Prozesse und Wasserwegigkeiten noch nicht gänzlich geklärt.

Um die hydrogeologischen Verhältnisse besser beurteilen zu können, hat die GKB eine Erkundung des Bergbaugebietes südlich der Sulm in Auftrag gegeben, diese wird von Joanneum Research durchgeführt.

Weiters ist nach ergiebigeren Niederschlägen eine Kartierung des unterhalb der Einbruchstelle steil abfallenden Geländes geplant.