15.06.2012: „Heimsagung“ von Bergwerksberechtigungen in Weiz

Im Raum Weiz wurde die Bergwerksberechtigung für die Grubenfelder „Julian I“ und „Robert I–IV“ und das damit verbundene Bergbaugebiet  aufgelassen. In Vorbereitung für die Löschung der Bergwerksberechtigungen war nach Sichtung des zur Verfügung stehenden Kartenwerkes und örtlichen Untersuchungen ein Sicherungsprojekt ausgearbeitet worden.

 

  • Weiz
    Grubenfelder Bergbaugebiet Beiz.

Das Grubenfeld „Julian I“

Das aus vier „Doppelgrubenmaßen“ bestehende Grubenfeld „Julian I“ im Ausmaß von 360.928 m2 wurde vom Revierbergamt in Graz verliehen. Die erstmalige Eintragung in der EZ 113 im Bergbuch des Landesgerichtes Graz erfolgte am 25. September 1948 als eigene Bergbucheinlage auf den Namen „Julian Eggl in Weiz, Mühlgasse 163“ unter der Bezeichnung „Busentaler Braunkohlenbergbau bei Weiz“. Die Geschäftszahl Zl. 4536 vom 25. September 1948 der Verleihungsurkunde ist auf der Lagerungskarte des Grubenfeldes angegeben.

Das Grubenfeld liegt östlich von Weiz in der Ortsgemeinde Krottendorf in den Katastralgemeinden Büchel und Nöstl.

Am 30. Juni 1987 erwarb die Graz-Köflacher Eisenbahn- und Bergbau-Gesellschaft als Rechtsvorgängerin der GKB-Bergbau GmbH von Margarethe Steidl die Bergwerksberechtigung.

1987 wurden von der Graz-Köflacher Eisenbahn- und Bergbau-Gesellschaft im Bereich des „Julian I“-Grubenfeldes und seiner näheren Umgebung neun Prospektionsbohrungen (Nr. 1600 bis 1608) abgeteuft, mit denen aber keine bauwürdige Lagerstätte nachgewiesen werden konnte.

Von der Graz-Köflacher Eisenbahn- und Bergbau-Gesellschaft wurde kein Bergbau betrieben.

In Vorbereitung für die Löschung der aufrechten Bergwerksberechtigungen und des damit verbundenen Bergbaugebietes wurde nach Sichtung des zur Verfügung stehenden Kartenwerkes und örtlichen Untersuchungen ein Sicherungsprojekt ausgearbeitet und im Einvernehmen mit der Gemeinde Krottendorf und den Grundeigentümern von Juli 2010 bis April 2011 durchgeführt. Untersucht wurden die ehemaligen Tagöffnungen und tagesnahe Straßenquerungen mit Gefahrenpotential.

Bei diesem Sicherungsprojekt wurden über 20 Bohrungen mit insgesamt 516 Bohrmetern durchgeführt und 496 m³ Hohlraum lage- und erosionsbeständig verfüllt.

Nach Abschluß dieses Projektes wurde im August 2011 bei der Montanbehörde  die Auflassung der Bergwerksberechtigungen für das aus vier Doppelgrubenmaßen bestehende Grubenfeld „Julian I“ im Ausmaß von 360.928 m² beantragt, weil auf absehbare Zeit kein wirtschaftlicher Abbau möglich erscheint.

Bei einer am 9. Mai 2012 im Gemeindeamt Krottendorf anberaumten mündlichen Verhandlung konnte die Auflassung der Bergbauberechtigungen und des damit verbundenen Bergbaugebietes erreicht werden.


Das Grubenfeld „Robert I–IV“

Dieses Grubenfeld besteht aus 4 Doppelgrubenmaßen im Ausmaß von 360.928 m² und wurde von der Berghauptmannschaft Klagenfurt am 16. September 1921 mit der Verleihungsurkunde ZI.2960/21 an die Oststeirische Industrie-und Handelsgesellschaft m.b.H. verliehen. Die Eintragung im Bergbuch des Landesgerichtes Graz, unter EZ 86, erfolgte unter der Entitätenbezeichnung „Braunkohlenbergbau Oberdorf bei Weiz“. Die Graz-Köflacher Eisenbahn- und Bergbau-Gesellschaft erwarb mit Kaufvertrag vom 17. Februar 1928 von der Oststeirischen Industrie- und Handelsgesellschaft m.b.H. in Liquidation die Bergwerksberechtigungen.

Das Grubenfeld „Robert I–IV“ liegt ca. 1 km nordöstlich von Weiz in der Ortsgemeinde Thannhausen in den Katastralgemeinden Büchel und Oberfladnitz.

Nach den uns zur Verfügung stehenden Unterlagen wurden im Grubenfeld „Robert I–IV“ keine Abbautätigkeiten durchgeführt.

Da ein wirtschaftlicher Abbau des Kohlevorkommens auf absehbare Zeit nicht möglich erscheint, beantragte die GKB-Bergbau GmbH bei der Montanbehörde die Auflassung der Bergwerksberechtigung für das Grubenfeld „Robert I–IV“ und des damit verbundenen Bergbaugebietes.

Mit Bescheid vom August 2012 wurden die Bergwerksberechtigungen für das Grubenfeld Robert I-IV von der Montanbehörde für erloschen erklärt und das damit verbundene Bergbaugebiet aufgelassen.

August Huber