14.06.2012: Sicherungsprojekte im Raum Wolfsberg

Die 2011 im Raum Wolfsberg durchgeführten Untersuchungs- und Sicherungsprojekte „Am Industriepark“ in Kleinedling, „Alte Straße“ in Kleinrojach, „Amalien-Stollen“ in Andersdorf, „Aufbruch-Südtandente“ in Priel und „Zentralschacht Wolkersdorf“ konnten in der Zwischenzeit abgeschlossen werden. Nun sind für das Jahr 2012 neben den Kontrollen im Rahmen des laufenden Befahrungs- und Beobachtungsprogrammes zwei weitere Untersuchungs- und Sicherungsprojekte in Bearbeitung.



Untersuchungsprogramm Dachbergschacht

Zu Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden entlang der seichten Flözausbisse in Richtung Süden, östlich vorbei an Jakling, über den „Dachberg“, bis nach Andersdorf bei St. Georgen Lagerstättenerkundungen durchgeführt.

Dies geschah, wie die alten Aufzeichnungen belegen, teilweise in Form von Tiefbohrungen, aber auch durch das Auffahren von Untersuchungsgesenken mit Längen von etwa 55 bis 140 m und Schurfschächten mit ca. 5 m bis 23 m Teufe.

Die Mächtigkeit der teilweise erschlossenen Flöze war jedoch so gering, dass in diesen Bereichen, abgesehen von Andersdorf, laut den uns zur Verfügung stehenden Unterlagen nie planmäßig Kohleabbau betrieben wurde.

Von entsprechend geringer Bedeutung scheinen auch die Schurfauffahrungen (Stollen und Schächte) gewesen zu sein, denn es gibt darüber keine detaillierten Aufzeichnungen. Die in mehreren widersprüchlichen Übersichtsdarstellungen im Maßstab 1:25.000 vermerkten Stollen und Schächte sind lagemäßig nicht genau bekannt.

Nach den uns zur Verfügung stehenden Unterlagen befinden sich diese Tagöffnungen durchwegs in Wäldern oder auf Acker- und Wiesenflächen. Die Grundeigentümer sind über das Vorhandensein der „Einbauten“ unterrichtet, die Bereiche sind im Rahmen des Monitoringprogramms der GKB zur Überwachung von Tagöffnungen unter Beobachtung, ohne dass weitergehende Sicherungsmaßnahmen vorgesehen sind.

Lediglich der „Dachbergschacht“ liegt mutmaßlich in unmittelbarer Nähe zur Erdgas-Hochdruckleitung nach Frantschach, die in ihrer Ausführung nicht mit Sicherheit geeignet ist, einen Tagbruch im Leitungsbereich unbeschadet zu überstehen.

In einem ersten Projekt wurden in den Monaten Jänner und Februar 2012 die Bereiche der möglichen Schachtlagen laut Einzeichnungen mit Rammsondierungen im 1-Meter-Raster untersucht. Dabei wurden bisher keinerlei Anomalien, die auf das Vorhandensein des Schachtes hinweisen würden, festgestellt. Nach witterungsbedingtem Abbruch soll im Herbst 2012 die Untersuchung beidseits entlang der Leitungsachse, auf einer Länge von vorläufig 100 bis ca. 150 m, fortgesetzt werden.

Ziel der Untersuchungen ist es, den Schacht, sofern er sich in Leitungsnähe befindet, zu lokalisieren und gezielte Sicherungsmaßnahmen durchzuführen.

Untersuchungs- und Sicherungsprojekt Blindschacht-Rundweg

Entsprechend den „Ordnungskriterien für die Überwachungs- und Handlungsintensität“ werden seit dem Jahr 2004 alle ausgewiesenen Verdachtsflächen abgearbeitet. Mit dem Untersuchungs- und Sicherungsprojekt „Blindschacht-Rundweg“ können diese laufenden Untersuchungen abgeschlossen werden.

Der nicht zu Tage führende „Blindschacht-Rundweg“ mit anzunehmend kleinem Querschnitt befindet sich laut den uns zur Verfügung stehenden Unterlagen in etwa 35 m Tiefe im „Hangendflöz“ beginnend, und reicht von dort ca. 25 m tief in das „Liegendflöz“. An der Tagesoberfläche besteht potentiell Tagbruchgefahr.

Im „Untersuchungs- und Sicherungsprojekt 2012“ soll die Tragfähigkeit des überlagernden Gebirges im Zusammenhang mit einer tektonischen Störung in diesem von einem Einfamilienhaus überbauten Bereich nachgewiesen werden. Sollte sich ein Sicherungsbedarf herausstellen, werden die notwendigen Maßnahmen für eine dauerhafte „Verwahrung“ des Schachtes unverzüglich eingeleitet.

Das Projekt befindet sich in Vorbereitung und soll im Herbst 2012 durchgeführt werden. Das Einvernehmen mit den Grundeigentümern ist bereits hergestellt.

Norbert Zernig