14.05.2011: Eröffnung des Bergbaumuseums „Karl-Schacht“

Schon viele Pläne wurden in der Weststeiermark gewälzt, um in Form eines attraktiven Museums dauerhaft an die Bergbautätigkeit im Voitsberg-Köflacher Revier zu erinnern. Nun wurde das Vorhaben endlich Wirklichkeit: Am Samstag, 14. Mai wurde in der Gemeinde Rosental das „Bergbaumuseum Karl-Schacht“ feierlich eröffnet. Gegen Voranmeldung sind jährlich vom 1. Mai bis 31. Oktober Führungen durch fachkundige Personen möglich.

In der Gemeinde Rosental an der Kainach wurde im Jahr 2010 der Entschluss gefasst, im Bereich des ehemaligen Schachthauses der Kohlengrube „Karlschacht III“ ein Bergbaumuseum einzurichten. Unter der Leitung von Prof. Mag. et Dr. phil. Ernst Lasnik und mit tatkräftiger Unterstützung zahlreicher (ehemaliger) GKB-Mitarbeiter konnte das Projekt in kurzer Zeit verwirklicht werden: Auf einer Fläche von etwa 300 Quadratmetern sowie einem angrenzenden Freigelände erinnern zahlreiche beeindruckende Exponate, Video- und Fotodokumente sowie Schautafeln an die wechselvolle Geschichte des weststeirischen Braunkohlebergbaues. So geben Grubenausbauten in Holz und Eisen einen Einblick in die frühere Arbeit unter Tage, Werkzeuge und Originalmaschinen (u. a. die „Vortriebsmaschine F6A“) zeigen Meilensteine in der technischen Entwicklung des Bergbaus.
 

250 Jahre Bergbautätigkeit 
Insgesamt kann man in der Steiermark auf eine über 250 Jahre währende Bergbautätigkeit zurückblicken. Die letzte Braunkohle wurde in der Weststeiermark im September 2004 im „Tagbau Oberdorf“ gefördert. Die Entwicklung des Bezirkes Voitsberg ist eng mit dem Kohlebergbau verbunden: Er gab tausenden Menschen Arbeit, prägte die Landschaft und förderte die wirtschaftliche Entwicklung. Der zwischen Rosental und Köflach gelegene „Karlschacht“ mit mehreren Schachtanlagen und Tagbauen zählt zu den bedeutendsten und bekanntesten Bergbauen Österreichs. Aus dieser Lagerstätte wurden während eines Zeitraums von etwa 150 Jahren insgesamt 62 Millionen Tonnen Kohle gefördert. Der „letzte Hunt“ wurde hier am 6. Juli 1990 hochgezogen. Als Standort für ein Bergbaumuseum ist das ehemalige Schachthaus des „Karlschachtes“ also ideal geeignet. Der Eintrittspreis für Erwachsene beträgt 5 Euro, Schüler und Studenten bezahlen die Hälfte; es gibt auch ermäßigte Familienkarten (11 Euro). Bei Voranmeldung ist für Gruppen eine Führung durch das Museum ohne Aufpreis inkludiert. 

Anmeldungen und weitere Auskünfte unter der Telefonnummer: 03142 22242


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    Bürgermeister Franz Schriebl bei seiner Eröffnungsrede.
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    Altbischof Weber, segnete das Museum und hielt zuvor eine berührende Ansprache. Er war als junger Mann selbst im weststeirischen Bergbau tätig.
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    Sehenswerte Exponate in der Halle des Bergbaumuseums.
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    Ausstellungsgestalter Dr. Ernst Lasnik führte bei der Eröffnung durch das Museum.