Sicherungsprojekt Piber (2016–2018); Sicherheit an der Oberfläche

Ein umfangreiches Sicherungsprojekt in der Piberer Mulde, das nun abgeschlossen werden konnte, sorgt für Sicherheit der Oberflächennutzung und schafft damit die Grundlage für die Löschung der Bergbauberechtigungen!

 

Das Sicherungsprojekt Piber im Rückblick

Die Arbeiten am letzten Abschnitt der geplanten Sicherungsmaßnahmen im ehemaligen Bergbau in der Piberer Mulde begannen im März 2018 und betrafen die Grube „Phönix“ im westlichsten Bereich der Lagerstätte.

Im Rahmen der „aktiven Verwahrung“ wurden 196 m³ Hohlräume setzungsfrei, lage- und erosionsbeständig verfüllt. Die Sicherheit der Oberflächennutzung ist damit in dem bearbeiteten Bereich dauerhaft gewährleistet. 

Unweit des Anwesens Hauptmannschuster konnte der Wetterschacht TÖ053 (Tiefe: 10 m, Querschnitt: ca. 2 m²) mit 36 m³ „Stollen SSM“ (das ist ein altbergbauspezifisches Füllmaterial) gesichert werden.

Der Hans Unterbaustollen TÖ041, ein ehemaliger Förderstollen der Grube Phönix, unterfährt, ausgehend vom Parkplatz des Gestütes Piber, in geringer Tiefe das Grundstück der Familie Kohlbach. Auf einer Ansichtskarte ist in der linken unteren Ecke das ehemalige Mundloch des Stollens zu erkennen (Abb. 3).

Der Stollen konnte im Mundlochbereich mit Hilfe von Schurfschlitzen (Abb. 4) lokalisiert werden.

Im weiteren ansteigenden Verlauf wurde der Verwahrungszustand des Stollens mit 12 Bohrungen überprüft.

Durch das Einpressen von 160 m³ Stollen SSM war es möglich, den Stollen im untersuchten Bereich dauerhaft zu stabilisiert (Abb. 5).

Begleitend zu den durchgeführten Sicherungsmaßnahmen hat die GKB-Bergbau GmbH neue Grundwassermesstellen errichtet. Damit konnte der Wasserstand in den Grubenbauen über einen Zeitraum von zwei Jahren  beobachtet werden. Der westliche Teil der ehemaligen Grubenbaue entwässert vermutlich über den Hans Unterbaustollen in den Gailbach.

Um den Wasserhaushalt in den Grubenbauen durch diese Sicherungsmaßnahme nicht nachteilig zu verändern, wurde unmittelbar hinter dem stabilisierten Abschnitt zusätzlich eine Bohrung durchgeführt und mit Rohren ausgebaut. Über einen fünfeinhalb Meter unter der Geländeoberkante aufgesetzten Schacht und eine Ausleitung wird der Wasserstand im Grubengebäude auf das ursprüngliche, vor den Sicherungsmaßnahmen gegebene Niveau eingestellt (Abb. 6).

Die geplanten Sicherungsarbeiten in der Piberer Mulde erstreckten sich mit Unterbrechungen vom Frühjahr 2016 bis in den Sommer 2018. Dabei wurden 14 ehemalige Tagöffnungen sowie die Knobelbergstraße und der Teichweg untersucht und gesichert. Zu diesem Zweck waren insgesamt 91 Bohrungen mit 1751 Bohrmetern erforderlich. Über diese Bohrungen wurden 1903 m³ Holräume setzungsfrei, lage- und erosionsbeständig verfüllt.

Die Sicherheit der Oberflächennutzung ist im bearbeiteten Bereich dauerhaft gewährleistet. Sämtliche Arbeiten wurden in Abstimmung mit der Montanbehörde und im bestem Einvernehmen mit den Grundeigentümern, den Leitungsträgern und der Stadtgemeinde Köflach durchgeführt.

August Huber