Piberer Mulde: Sicherheit dauerhaft gewährleistet

Im Jahr 2017 führte die GKB-Bergbau GmbH im Rahmen der „aktiven Verwahrung“ in der „Piberer Mulde“ umfangreiche Sicherungsmaßnahmen durch. 966 m³ Hohlräume sind nun setzungsfrei, lage- und erosionsbeständig verfüllt. Die Sicherheit der Oberflächennutzung ist in in dem bearbeiteten Bereich dauerhaft gewährleistet. 

 

Das Sicherungsprojekt Piber

Als Vorbereitung für die Löschung der Bergwerksberechtigungen in der Piberer-Mulde (Abb. 1) im Voitsberg-Köflacher Kohlerevier führte die GKB-Bergbau GmbH in mehreren Abschnitten Erkundungs- und Sicherungsarbeiten durch. Bereits im Jahr 2016 standen – wie an anderer Stelle berichtet – umfangreiche Maßnahmen auf dem Programm. Im November 2017 konnte ein weiteres Sicherungsprojekt erfolgreich abgeschlossen werden.

Die Arbeiten an diesem zweiten Abschnitt der geplanten Sicherungsmaßnahmen begannen im Frühjahr 2017 und betrafen den mittleren Bereich der Lagerstätte. Der unweit des Bundesgestüts Piber liegende „Stapelschacht Ost II TÖ057“ mit einer Tiefe von 23 m und einem Querschnitt von ca. 8 m² wurde mit 63 m³ „Stollen SSM“ gesichert.

Weiter östlich konnten die die Wetterschächte TÖ070, TÖ078 und TÖ110 mit Hilfe von Schurfschlitzen lokalisiert werden (Abb. 2). Sie gehörten zu den Abbauen der Grube „Holzner“. In der Folge wurden die Verwahrungszustände und die Füllsäulen der Wetterschächte durch entsprechende Bohrungen überprüft. Schließlich konnten die Schächte durch das Einpressen von insgesamt 64 m³ „Stollen SSM“ gesichert werden. Ihre Tiefen betrugen zwischen 20 und 35 m bei einem Querschnitt von >ca. 2 m².

Ein weiterer Wetterschacht TÖ090, der Vermutungen zufolge im Kreuzungsbereich zum Friedhof liegen sollte, konnte trotz intensiver Suche mittels Rammsondierungen nicht nachgewiesen werden. Auf Grund der Untersuchungen ist aber auszuschließen, dass sich dieser Schacht, wie zunächst angenommen, unter der Fahrbahn befindet.

Einen noch größeren und intensiveren Arbeitsaufwand erforderten die Sicherungsarbeiten an der Knobelbergstraße. Diese wird in zwei nachwirkungsrelevanten Bereichen von insgesamt zehn Strecken der Grube „Holzner“ unterfahren, und zwar auf unterschiedlichen Abbausohlen in Tiefen von nur 12 bis 25 m.

Um während der Sicherungsarbeiten den Straßenverkehr so gut wie möglich aufrecht zu erhalten, mussten eigene Arbeitsbereiche im Straßengraben und in der steilen Straßenböschung aufgebaut werden. Dadurch war es möglich, alle Bohrungen außerhalb der Fahrbahn durchzuführen (Abb. 3). Eine komplette Straßensperre war nur tageweise, während der Verfüllarbeiten, erforderlich (Abb. 4).

Der Verwahrungszustand der unter der Straße lokalisierten Strecken erwies sich als relativ gut. Hohlräume zeigten sich nur wenige, jedoch waren im gesamten Untersuchungsabschnitt Auflockerungsbereiche nachweisbar.

Die Sicherung des Straßenbereiches erfolgte durch beidseitige Abschottung der Strecken außerhalb der Fahrbahn und anschließende Verfüllung der Hohlräume unter der Fahrbahn. Insgesamt 839 m³ Hohlraum wurden mit „Stollen SSM“ verfüllt. Mit Hilfe von Kernbohrungen konnte anschließend belegt werden, dass die Hohlräume in allen Abschnitten vollständig verfüllt sind.

Im Spätherbst 2017, nach Beendigung der Weidezeit, lokalisierte die GKB-Bergbau GmbH mit Schurfschlitzen sechs weitere Wetterschächte und überprüfte deren Füllsäulen mit Rammsondierungen (Abb. 5). Diese Untersuchungen zeigten keine Hohlräume in den Füllsäulen der Schächte und damit auch keine Hinweise auf Erosionserscheinungen.

Für die Sicherungsmaßnahmen, die 2017 im Rahmen dieses Projekts durchgeführt wurden, waren insgesamt 87 Rammsondierungen sowie 46 Bohrungen mit 1075 Bohrmetern nötig. 966 m³ Hohlräume sind nun setzungsfrei, lage- und erosionsbeständig verfüllt.

Im bearbeiteten Bereich ist damit die Sicherheit der Oberflächennutzung wieder dauerhaft gewährleistet.

August Huber